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Gespräche mit Vertretern des BAMF

Gespräche mit Vertretern des BAMF vom 11.04.2011

Am 11.04.2011 führte der Vorstand des TIAD mit Vertretern des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (im Folgenden: BAMF), namentlich mit dem Regionalkoordinator für Integration Detlef Duschek und dem Sachbearbeiter der ESF-Verwaltungsstelle Klaus Genzel zukunftsorientierte Gespräche über Projekte, die in gemeinsamer Aktion umgesetzt werden können.

Der Vorsitzende des TIAD, Rechtsanwalt Emre Hizli, stellte zunächst den Unternehmerverein im Detail vor. Dabei konzentrierte er sich im Wesentlichen auf den beruflich-wirtschaftlichen Bereich im weitesten Sinne, vor allem auf die Bereiche Beruf, Bildung, Investitionen und Teilhabe. Er unterstrich das sowohl für den Unternehmerverein als für das BAMF geltende Bekenntnis: gemeinsames bürgerschaftliches Engagement. Besonderes Augenmerk lenkte der Vorsitzende sodann mit Blick auf den Zuständigkeitsbereich des BAMF mehr auf die Punkte Bildung, Sprache und wirtschaftliche Unabhängigkeit. Auch geplante Projekte im Bereich der Gewalt- und Kriminalitätsprävention angesprochen. Der Vorsitzende des TIAD offenbarte die Überzeugung, dass Bildung der Schlüssel für eine gelungene Integration sei. Hier sei natürlich die Sprache von besonderer Bedeutung. In Zeiten, in denen Mehrsprachigkeit geradezu Alltag sei, müsse auch für die türkische Bevölkerung in Deutschland unbedingt die Zweisprachigkeit, also die Beherrschung sowohl der türkischen Muttersprache als auch der deutschen „Heimatsprache“ empfohlen werden. Die Forderung nur der deutschen Sprachkenntnisse verkennt, dass nicht jeder die gleiche Zugangsvoraussetzung zu dieser Sprache hat. Es passt auch nicht in die Zeit, in der im Rahmen von Bewerbungen neben ohnehin vorhandenen Englisch- und Französischkenntnissen natürlich auch Kenntnisse in Chinesisch, Japanisch und auch Arabisch verlangt werden. Im Wesentlichen wird die Muttersprache im Elternhaus gesprochen. Hier sollte im Wesentlichen darauf geachtet werden, die Muttersprache richtig zu erlernen. Wer sodann ein Grundverständnis für das richtige Erlernen einer Sprache verinnerlicht hat, wer also Grammatik und Aussprache seiner Muttersprache gelernt hat, dem dürfte es nicht allzu schwer fallen, eine andere Sprache richtig zu erlernen. Die Betonung liegt auf richtig. In wirtschaftlicher Hinsicht geht es zuvörderst um finanzielle Unabhängigkeit aufgrund selbstbewusster, unternehmerischer Betätigung. Einmal mehr hob der Vorsitzende hervor, dass der Begriff „Integration“ multidimensional auszulegen sei. Es gibt zahlreiche Beispiele wirtschaftlich und beruflich wunderbar Integrierter, die aber die deutsche Sprache nur sehr eingeschränkt beherrschen. Über diese wird kaum gesprochen, weil sie auch die Sozialsysteme nicht belasten, ganz im Gegenteil: sie sind tatsächlich Steuerzahler, die einen nicht unbedeutenden Beitrag für die Gesamtgesellschaft leisten.

Im Hinblick auf die Aktivitäten im letzten Jahr zählte der Vorsitzende des TIAD vor allem die Veranstaltungen im Bereich der Bildung auf und verwies auf die Internetpräsenz und Zeitschrift des Vereins.

Auf Seiten des BAMF stellte der Regionalkoordinator Duschek sodann seinen Zuständigkeitsbereich dar. Schwerpunkt seines Bereiches sei die sprachliche Integration. Hier gehe es vor allem um Integrationskurse. Herr Duschek gab einen Einblick in das Feld der besagten Integrationskurse. Herr Genzel veranschaulichte im Folgenden seinen Bereich, bei dem es mehr um berufsbezogene Deutschkurse gehe. Im stünde im Vordergrund, Sprachkenntnisse zu vermitteln, aber auch bei der beruflichen Orientierung behilflich zu sein. Er wies im Besonderen darauf hin, dass es nicht nur um einfachste Berufsgruppen gehe, denen die Menschen angehörten, sondern durchaus auch höher Qualifizierte für die Kurse in Betracht zu ziehen seien. Zielgruppe der Kurse seien dabei nicht nur Arbeitslosenhilfe I- und II – Bezieher, sondern auch solche, deren Arbeitsplatz gefährdet sei, weil sie die sprachlichen Kompetenzen nicht innehätten, also die deutsche Sprache nicht beherrschten.

In der Folge wurde im Detail analysiert, wie Menschen für die genannten Kurse akquiriert werden können. Der Vorsitzender teilte auch in diesem Zusammenhang mit, dass es wohl einer besonderen „Vermarktung“ bedürfe, um auf die Kurse aufmerksam zu machen. Festgestellt wurde, dass die sprachliche Weiterbildung natürlich auch für die Unternehmer / Arbeitgeber von Interesse sein müssen, da auch sie von den Fortschritten ihrer Arbeitnehmer profitierten. Hinsichtlich der türkischen Bevölkerung wurde weiter festgehalten, dass die Hemmschwelle überwunden werden müsse, ein deutsches Amt zu betreten. Hier machte die TIAD-Verantwortlichen das Angebot, für Projekte in der Zukunft auch die Räumlichkeiten des Unternehmervereins zu nutzen, um Menschen mit türkischer Herkunft zu TIAD einzuladen und dort die Kurse anzubieten. Es wurde die Bereitschaft zur Kooperation offen auf den Tisch gelegt.

Aufgrund dessen konnten 2 Projekte konkret angedacht werden:

  • Ein Informationsabend für Unternehmer, die Arbeitnehmer beschäftigen und von den oben genannten Kursen profitieren könnten (Gedanke: gerade der Arbeitgeber sollte angehalten werden, seine Beschäftigten in diese Kurse zu schicken, auch wenn ihn das zu einem gewissen Teil die Fortzahlung des Lohnes aufgrund der Abwesenheit seiner Beschäftigten kostet. Letztlich profitiert er selbst, auf lange Sicht).
  • Berufsbezogener Deutschkurs für Beschäftigte von Unternehmern, die Mitglied bei TIAD sind, oder von Nichtmitgliedern / Unternehmern in der Metropolregion Nürnberg

Der Vorsitzende verdeutlichte, dass TIAD für Mittelfranken, ja für die Metropolregion Nürnberg zuständig sei, dabei als religiös und politisch unabhängiger Verein agiere. TIAD als Kooperationspartner stehe dem BAMF für vielerlei Projekte zu Gunsten der deutsch-türkischen Beziehung in jeder Hinsicht zur Verfügung. Es gehe um die tatsächliche Erfüllung der Brücken- und Vermittlungsfunktion des Vereins.

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